Zwingerhusten
Unter diesem Namen werden Infektionen der oberen Atemwege des Hundes durch verschiedene Viren und einer Bakterienart zusammengefasst:
- Parainfluenza Viren
- Adeno Viren
- Bortella bronchisepticum (Bakterien)
- Pastorellen (Bakterien)
Diese Keime sind verwandt mit dem Keuchhusten-Erreger der Kinder, ohne aber für den Menschenansteckend zu sein. Sie sind in der Umwelt verbreitet und lassen sich selbst bei gesunden Hunden nachweisen. Wenn ein Hund durch körperliche oder seelische Faktoren geschwächt ist, vermögen die Keime die Abwehrschranke zu durchbrechen und dringen in den Körper ein. Sie verursachen Rötungen und Schwellungen im Rachen. Vermehrte Schleimbildung und Halsweh sind die Folge. In so vorbreiteten Terrains gesellen sich noch die erwähnten Bakterien dazu, was oft zusätzliche Symptome bewirkt. Die Patienten zeigen massiven trockenen Husten, vielleicht mit Fieber und Mattigkeit gepaart. Der Gang zum Tierarzt wird unumgänglich.
Die Prognose ist in der Regel günstig.
Therapie
Mit reizmildernden meist pflanzlichen Medikamenten, Entzündungshemmern und bei bakterieller Bronchitis zusätzlich mit Antibiotika und Ruhigstellung wird die Krankheit in 10 bis 14 Tagen behoben sein.
Es empfiehlt sich, in dieser Zeit den Hund von anderen Hunden fernzuhalten. Erstens um den Kranken von jeglichem Stress abzuschirmen. Zweitens um andere Hunde vor der Ansteckung zu bewahren. Die Übertragung geschieht durch Tröpfchen-Infektion beim Husten oder sich beschnuppern.
Die Inkubation d.h. die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit beträgt zwischen 2 bis 20 Tage.
Geschwächte oder Stress ausgesetzte Tiere erkranken schneller und intensiver. Hunde, die in einem grösseren Verband leben (Tierheime, Züchter mit vielen Hunden) sind mehr gefährdet, ebenso sind Ausstellungen oder Sportveranstaltungen oft Ausgangspunkt eines gehäuften Auftretens. In schweren Fällen sind Komplikationen möglich, z.B. Lungenentzündung oder Mandelvereiterung. In der Regel verläuft der Infekt jedoch mild.
Prophylaxe
Es stehen Impfstoffe zur Verfügung mit Wirkung gegen die häufigsten Erregertypen. Bewährt hat sich vor allem die Intranasale Tröpfchenimpfung. Regional gibt es aber Unterschiede dieser Varianten, so dass Impfstoffe nicht immer 100%ig greifen. Ähnlich der Situation bei der Grippe des Menschen. In Beständen mit häufig wechselnden Tieren, bei Sport-, Arbeits- und Ausstellungshunden empfiehlt es sich, die intranasale Tröpfchenimpfung zu machen.
Gerne Beraten wir Sie anlässlich des Impftermines, was für Ihr Tier das Beste ist.
Ihre Fachärzte der Tierklinik Rhenus