Endoskopie in der Veterinärmedizin
Was ist Endoskopie?
Schlüsselloch-Diagnostik“: Dabei schaut man mit einer kabel- oder stabähnlichen Kleinstkamera in Hohlorganen (Harnblase, Magen) oder Körperhöhlen (Bauch-Brusthöhle). Über einen Arbeitskanal in diesem System können zudem Instrumente für chirurgische Eingriffe eingeführt werden (Biopsiezange, Elektrokauter).
Wie läuft eine Endoskopie ab?
Dem Patienten wird unter Vollnarkose über eine natürliche oder künstlich geschaffene Körperöffnung das Endoskop unter Sichtkontrolle (Kamerabild auf Monitor) bis an den Zielort geführt. Je nach Eingriff wird ein starres (A) oder ein flexible Endoskop (B) verwendet. Im Gegensatz zum starren kann beim flexiblen Endoskop die Spitze mittels Drahtzügen am Griff bewegt werden. Dies erlaubt die Beurteilung und Behandlung aus mehreren Richtungen. Die Sichtverhältnisse können durch gezieltes Einblasen von Luft und Spülflüssigkeit über das Endoskop verbessert werden. Nebst der optischen Betrachtung und Diagnosestellung können über eingeführte Instrumente Gewebeproben entnommen, Fremdkörper entfernt und minimalinvasive operative Eingriffe (z.B. Laparoskopische Kastration) durchgeführt werden.
Vorteile der Endoskopie
- minivalinvasie Eingriffe (minimale Operationswunden)
- schonende und sichere Untersuchung
- geringere Infektionsgefahr
- präzisere Diagnostik, direkte Betrachtung von inneren Organen
- direkte Problembehebung, z.B. Fremdkörper im Magen
- deutlich weniger schmerzhaft
Anwendungsberiche in der Kleintiermedizin
- Otoskopie (Ohr / Gehörgang)
- Koloskopie (Dickdarm)
- Rhinoskopei (Nasenhöhle)
- Vaginoskopie (Scheide)
- Laryngoskopie (Kehlkopf)
- Zystoskopie (Harnblase)
- Trachioskopie (Luftröhre)
- Laparoskopie (Bauchhöhle)
- Gastroskopie (Magen)
- Arthroskopie (Gelenke)
Für Fragen zu dieser Diagnostik stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Dr. Markus Trächsel, Fachtierarzt FVH Kleintiere und das Team der Tierklinik Rhenus